Miteinander Schwimmen

Beziehungsorientiertes Familienschwimmen nach Anja Kerkow

Auch das Schwimmen ist ein Teil der Bewegungsentwicklung Deines Kindes. Und genau wie die freie Bewegungsentwicklung kann Dein Kind auch das Schwimmen frei und eigenständig lernen. Anja Kerkow hat mit ihren Rochenkindern in Berlin eine wundervolle Methode entwickelt. Wie dies funktionieren kann, möchte ich Dir hier vorstellen:

Schwimmen lernt man nur im Wasser

Damit Dein Kind schwimmen lernen kann, muss es im Wasser sein und das immer und immer wieder. Wenn Dein Kind noch ganz klein ist, reicht die Badewanne völlig aus. Beim ersten Kontakt Deines Kindes mit Schimmbadwasser darf es ruhig schon 6 Monate alt sein. Lieber später als früher möchte ich Dir hier empfehlen. Ich persönlich finde, das jüngere Kinder noch nicht ins Schwimmbad gebracht werden sollten, da das Wasser mit all den Chemikalien und Verunreinigungen eine sehr große Belastung für die noch junge Haut Deines Kindes ist. Auch könnten die vielen Eindrücke und die oftmals sehr laute Geräuschkulisse Dein Kind schnell überfordern.

Die Wassergewöhnung

Spaß, Spaß und nochmals Spaß! Denn damit Dein Kind schwimmen lernen kann, sollte es keine Angst vor dem Wasser haben. Und genau darum geht es in der Wassergewöhnung. Wasser ist ein wundervolles und sehr interessantes Element für uns Menschen. Natürlich birgt es Gefahren, weswegen der richtig Umgang damit gelernt und geübt sein will. Aber Angst ist hier fehl am Platz. Deswegen sollte der Kontakt mit dem Wasser ohne Druck und ohne Zwang erfolgen.

Babytauchen?

Bestimmt hast Du schon von dem Babytauchen gehört und wenn nicht, dann kannst Du es hier sehen.

Aber was empfindet das Kind, wenn es sich unter Wasser befindet? Freude oder doch eher Panik? Stell Dir einmal folgendes vor: Du befindest Dich in einer spannenden Umgebung. Überall spritz und platscht es. Du kannst zwar noch nicht laufen aber Du kannst das Wasser in Bewegung setzt. Das erfreut Dich. Doch plötzlich befindet sich Dein Kopf unter Wasser. Du bekommst keine Luft. Zwar verhindert ein Reflex, dass Dir kein Wasser in Mund und Nase laufen kann, aber Du hast keine Möglichkeit Deine Situation zu beeinflussen. Du braucht Deine Vertrauensperson, welche Dich wieder an die Wasseroberfläche hebt. Möchtest Du eine solche Situation nochmals erleben? Oder wäre es Dir lieber frei entscheiden zu können, nochmals zu tauchen, weil Du auch alleine wieder auftauchen kannst?

Falsche Freiheit durch Schwimmhilfen

Für Babys gibt es unzählige Schwimmhilfen. Im wesentlichen haben diese jedoch zwei negative Eigenschaften:

  1. Die Eltern wiegen sich in Sicherheit, da ihr Baby in einem aufblasbaren Baby-über-Wasser-halte-Objekt steckt. Die Aufmerksamkeit der Eltern kann dadurch eingeschränkt sein. Ich habe schon erlebt, dass ein Baby in solch einer Schwimm-Hilfe zwei bis drei Meter von den Eltern entfernt alleine auf dem Wasser trieb und die Eltern in einem Gespräch vertieft waren.
  2. Das Baby kann das Element Wasser und den Auftrieb nicht richtig kennen lernen. Sein Körper kann das Verhalten des Wassers nicht erspüren. Auch kann es nicht die Erfahrung des spontanen Untertauchens machen. Das Kind kann die Gefahr des Wassers ohne diese Erfahrungen nicht einschätzen lernen. So wie ein vierjähriger Junge, der mit Schwimmfügeln vom Beckenrand ins Schwimmerbecken springen durfte. Als er die Schwimmflügel nicht trug, sprang er abermals. Zum Glück konnte seine Mutter ihn rechtzeitig wieder herausziehen.

Schwimmen lernen mit Schwimmkurs oder doch ganz frei?

Wenn für Euch die richtige Zeit gekommen ist mit dem Schwimmen zu beginnen, stellt Du Dir bestimmt die Frage, ob ein Schwimmkurs für Euch das Richtige ist.

Ein Kurs bietet einen festen Rahmen und mit einem festen Teilnehmerkreis. So kannst Du andere Mamas mit ihren Kindern kennen lernen und ein/e Schwimmlehrer/in steht Dir für Deine Fragen zur Verfügung. In einem Vorgespräch mit der/dem Schwimmlehrer/in kannst Du Informationen über den Kurs erhalten. Hier kannst Du auch erfragen, wie in dem Kurs mit dem Babytauchen umgegangen wird. Was sagt die Dein Bauchgefühl? Würdet ihr beide Euch hier wohl fühlen? Wenn ja, dann wünsche ich Dir und Deinem Kind eine freudvolle Zeit in diesem wunderbaren Element.

Aber wenn nicht, dann möchte ich Dir eine Alternative vorstellen: Das Bezeihungsorientierte Familienschwimmen nach Anja Kerkow.

Beziehungsorientiertes Familienschwimmen

Ohne Schwimmhilfe und ohne Aufgaben und ohne Korrekturen.

Suche Dir mit Deinem Kind zusammen ein Becken, welches eine Deinem Kind entsprechende Tiefe hat. Für Babys die auf dem Bauch liegen reicht ein 3 cm-tiefes Wasser. Kinder die frei sitzen können, können in ein 10 cm tiefes Wasser und für Kinder, welche schon laufen können, ist ein Becken, in welchem auch ein Untertauchen und selbstständiges Auftauchen möglich ist, optimal.

Lass Deinem Kind Zeit und gebe ihm die Möglichkeit alles auszuprobieren. Sei immer da, um Deinem Kind zu helfen. Halte dich zurück, wenn es Deine Hilfe nicht braucht. Diese Art des Schwimmen Lernen ist ein Prozess der sich über Jahre hinziehen kann. Wer innerhalb von ein paar Stunden ein Schwimmkind haben will, wird mit dieser Methode nicht glücklich werden.

Die Rochenkinder-Philosophie beruht auf den Prinzipien der freien Bewegungsentwicklung und des freien Spiels an Land: Die Kinder dürfen frei spielen und das Schwimmen kommt von ganz alleine. Das Ergebnis ist verblüffend: Sie bewegen sich tatsächlich wie Fische im Wasser.

Weitere und detaillierte Informationen zu Anja Kerkow und ihrer einzigartigen Schwimm-Philosophie findest du hier.

Ich wünsche Dir und Deinem Kind eine wundervolle Wasserzeit.

Deine

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